22. Januar 2026
Weniger Schmerzen und schnellere Genesung bei Nabelbrüchen

Neues OP-Verfahren am Vinzenz Hospital etabliert
Am Vinzenz Hospital Rheda-Wiedenbrück steht Patienten mit Bauchdeckenbrüchen seit kurzem eine besonders schonende operative Behandlung zur Verfügung. Dr. Henning Wolf hat ein minimalinvasives Verfahren zur Versorgung von Bauchwandbrüchen in Schlüssellochtechnik – die sogenannte eMILOS-Methode – aus seinem früheren Wirkungsbereich mitgebracht und erfolgreich am hiesigen Krankenhaus etabliert.
Der Oberarzt der Klinik für Allgemein- Viszeral- und Gefäßchirurgie hat vor seiner Tätigkeit im Wiedenbrücker Krankenhaus sechs Jahre als Oberarzt in einer Schweizer Klinik gearbeitet. Die eMILOS-Technik („endoscopic Mini/Less Open Sublay Repair“) erlaubt es, Brüche der Bauchwand über sehr kleine Hautschnitte zu versorgen und das benötigte Netz präzise unter der Muskulatur zu platzieren. Damit wird das umliegende Gewebe wesentlich weniger belastet als bei herkömmlichen Operationsmethoden.
„Nach fünf Tagen habe ich nichts mehr von der Operation gemerkt“, berichtet Irina Wulf. Die aktive 41-Jährige hatte schon nach der Geburt ihres ersten Kindes gespürt, dass etwas nicht stimmt. „Beim Training der Bauchmuskeln kam der Bauchnabel hervor und mir fehlte die Stabilität im Oberkörper.“ Nach der Geburt ihres dritten Kindes vor zwei Jahren entschloss Wulf sich, das Thema anzugehen. Nach einem Ultraschall und ein paar Übungen, um das Beschwerdebild unter Bewegung zu beurteilen, stand die Diagnose Nabelbruch fest – inklusive einer Rektusdiastase. Nach der Operation mit der eMILOS-Technik kann Wulf nun wieder schmerzfrei Sport machen. „Ich hatte natürlich Bedenken, was die Ausfallzeit durch die OP und die OP selbst angeht, aber ich konnte schon nach zwei bis drei Tagen das Schmerzmittel absetzen. Für mich hat sich das total gelohnt.“
„Vor allem Frauen mit Nabelbrüchen und einer ausgeprägten Rektusdiastase – dem Auseinanderweichen der geraden Bauchmuskeln – profitieren deutlich von dieser minimalinvasiven Technik“, erklärt Dr. Wolf. „Das Netz ist dehnbar und verwächst sich mit dem ebenfalls flexiblen Gewebe, sodass das Netz nach Abklingen der Schmerzen nicht mehr spürbar ist.“ Auch Patientinnen und Patienten mit Brüchen oberhalb des Nabels können dank der minimalinvasiven Zugangswege schonend behandelt werden. Das Vinzenz Hospital erweitert mit dieser innovativen Technik sein Spektrum moderner, patientenschonender Operationsverfahren.
„Es freut uns, unseren Patientinnen und Patienten eine Behandlung anbieten zu können, die nicht nur sicher und effektiv ist, sondern ihnen auch einen möglichst angenehmen Heilungsverlauf ermöglicht“, betont Dr. Wolf. Mit der Einführung der eMILOS-Methode setzt das Vinzenz Hospital einen weiteren Schwerpunkt im Bereich der modernen Hernienchirurgie – und stärkt seine Rolle als zukunftsorientierter medizinischer Versorger der Region.